Gerberhaus
Das Gerberhaus wurde 1815 als Ledertrocken- schuppen erbaut. Im Denkmalbuch des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege heißt es: letztes Beispiel dieser im 19. Jahrhundert in Idstein ansässigen Gerbereibetriebe, zeitweilig der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Stadt. Der Mauerwerksbau mit der Industrieverglasung, dem hohen, in drei Stufen abgeschleppten Satteldach mit Holzlamellen für eine optimale Trocknung des Leders, war früher eine das Stadtbild bestimmende Bauform.
Nach dem Abbruch der Lederfabriken auf dem Löherplatz wurde das Gebäude bis ca. 1990 als Schreinereiwerkstatt genutzt.
1993 erwarb die Stadt das zu 100 % bebaute Grundstück. Zunächst war eine Umnutzung als Stadtbücherei geplant, was jedoch durch die geringe Nutzfläche und hohe Brandschutzauflagen nicht weiter verfolgt wurde.
Der Magistrat beschloß 1997 das Konzept für die kulturelle Nutzung des Ledertrocken- schuppens, und nach Erteilung der Baugenehmigung Ende 1998 begannen die Bauarbeiten im Sommer 2001.
Nach einer Bauzeit von neun Monaten mit Baukosten in Höhe 290.000 €, erfolgte die Einweihung im Rahmen der 900-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung Idsteins am 20. April 2002.
Das Gerberhaus dient in erster Linie als ein offener Kultur- und Kunsttreffpunkt, als Werkstatt zum Lernen und Experimentieren in den unterschiedlichsten künstlerischen Ausdrucksformen; es soll einen Raum vorzugsweise für Veranstaltungen bieten, für die im etablierten Kunst- und Kulturbetrieb kein oder wenig Platz ist. Das Haus soll durch seine Lage im Zentrum der Stadt, seine leichte Zugänglichkeit und seine innere und äußere Gestalt Schwellenängste gegenüber Kunst und Kultur abbauen und Menschen neue Wege hierzu öffnen.
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